Wortklaubereien und mysteriöse Diebstähle

Kurze Nachlese zur Bezirksvertretungssitzung vom 14. März. Eine Anfrage beschäftigte sich mit dem Verschwinden der erklärenden Zusatztafel zur Statue der Heiligen Barbara in der U-Bahn-Station Taborstraße. Laut Auskunft der Bezirksvorsteherin werde eine neue Tafel hergestellt, die alte sei nämlich Informationen der Wiener Linien zu Folge gestohlen worden. Das ist insofern mysteriös, als die Statue ja hinter Glas steht. Zugang haben lediglich die Wiener Linien und wahrscheinlich eine Reinigungsfirma. Also kann das Schild dieser Darstellung entsprechend nur von einem Mitarbeiter entwendet worden sein….

Anfrage_05_ÖVP_Statue Hl. Barbara

Ein neuerlicher Antrag zum Thema Praterstern (der als einen der Kernpunkte das Alkoholverbot enthielt) wurde von SPÖ, Grünen, Neos und ANDAS abgelehnt. Wobei sich Astrid Rompolt, Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin (SPÖ), besonders ausgezeichnet hat: Ich hatte nämlich im Rahmen meines Debattenbeitrages auf die höchst unbefriedigende Situation auf dem Verkehrsknotenpunkt hingewiesen und unter anderem folgendes gesagt: „Auf dem Praterstern fühlt sich tagsüber schon niemand wohl und speziell in den Abendstunden ist es ganz schlimm. Da fühlt sich jeder unsicher. Und da rede ich jetzt nicht nur von 17-jährigen Mädchen sondern auch von erwachsenen Männern.“

Unangebrachte Wortklaubereien

Diese Aussage nahm Rompolt zum Anlass, mich ernsthaft zu fragen, ob mir die Unsicherheit von jungen Frauen egal wäre. Offensichtlich ist für die SPÖ-Nachwuchshoffnung also nicht nachvollziehbar, dass die Feststellung „auch erwachsene Männer“ fühlten sich unsicher auf die tatsächlich dramatische Gesamtsituation abzielt. Der Praterstern geht immer mehr in Richtung no-go-area. Da sind (vielleicht auch lustig gemeinte) Wortklaubereien der roten Vize-Bezirkschefin eigentlich unangebracht. Nebenbei bemerkt zog Rompolt die Behauptung an sich, nämlich dass man sich am Praterstern unsicher fühlt, gar nicht in Zweifel.

Kaum etwas ist bisher geschehen

Die Argumentation von Rot und Grün gegen das Alkoholverbot ging trotzdem in die altbekannte Richtung: Man nehme sich des Themas ja jetzt so und so an, man werde weitere Verbesserungen anstreben und ein Alk-Verbot wäre ja gar nicht umsetzbar und außerdem unsozial.

Dazu einige Anmerkungen: Erstens ist im Gegensatz zu den Behauptungen von Rot und Grün keine wie immer gearteten Verbesserungen erkennbar. Zweitens ist ein Alkoholverbot sehr wohl umsetzbar, wie das Beispiel anderer Städte zeigt. Drittens ist ein Verbot nicht unsozial, wenn man jenen, die Hilfe brauchen (und diese auch bereit sind anzunehmen) eine ebensolche vor Ort anbietet. Und viertens ist es wenig befriedigend, wenn man (wieder einmal) hört, dass die Verantwortlichen bei diversen runden Tischen und Diskussionsgruppen nach Lösungen suchen. Das Problem existiert seit Jahren und wäre zumindest entschärft wenn nicht sogar gelöst, wenn man die Vorschläge der ÖVP aufgegriffen hätte. Gesprächstherapien in erlauchter Runde helfen dem leidgeprüften Bürger nicht.

Antrag_09_ÖVP_Gesamtkonzept Praterstern

 

 

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