Stalin, der Wohltäter

Die Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft werfen ihre Schatten voraus. Und so finden auch wahre Geistesgrößen wie die Spitzenkandidatin des kommunistischen Studentenverbandes (KSV) Sonja Beier den Weg in die Zeitungen. Dort, konkret in einem Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“, dürfen sie dann ihr verqueres Weltbild erklären. „Ich halte nichts von Personalisierung der Geschichte, auch in Stalins Zeit gab es gute Entwicklungen – Schulen für Bildungsferne wurden gebaut“ antwortet die 21-Jährige auf die Frage, ob sich der KSV sich nicht zu wenig vom Stalinismus distanziere. Erinnert ein wenig an bekannte Aussagen über den Autobahnbau eines anderen Diktators. Aber der Aufschrei bleibt aus.
Weil man die Dame so und so nicht ernst nimmt, weil auf der linken Seite Narrenfreiheit herrscht oder weil man nicht weiß, wird dieser Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili alias Josef Stalin war? Da kann geholfen werden: Der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn („Der Archipel Gulag“) beziffert die Zahl der Menschen, die in den Jahren 1918 bis 1953 in sowjetischen Straflagern ums Leben gekommen sind mit 40 bis 50 Millionen. Und das ist noch vorsichtig geschätzt. Für den weitaus größten teil dieser Todesopfer ist Josef Stalin hauptverantwortlich.
Jener Stalin, dem die Spitzenkandidatin einer Studentenfraktion im Österreich des Jahres 2015 „gute Seiten“ abgewinnen kann. Der Aufschrei bliebt aus. Unglaublich, eigentlich.
Das Interview zum Nachlesen: http://derstandard.at/2000014926472/Nicht-nur-fuer-die-Uni-sondern-gegen-das-ganze-System

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2 Kommentare zu “Stalin, der Wohltäter

  1. Ich glaube, du bist eine wahre Geistesgröße, wenn du glaubst, dass Zeitungen neutral und unverzerrt schreiben können. Wenn die Sätze, in denen ich klar und deutlich die Verbrechen und Gräueltaten, die in der SU geschehen sind, verurteile, einfach nicht abgedruckt werden, ist das ein Armutszeugnis. Und zwar für die österreichische Medienlandschaft. Aber lassen wir den christlich-Sozialen doch ihre kleinen Freuden.
    Bussi von der KSV Spitzenkandidatin.

    • Gott zum Gruße! Nun, eine Aussage bleibt eine Aussage, auch wenn man noch anderes hinzugefügt hat. Dass Medien nicht immer alles zu 100 Prozent bringen weiß man. Es macht die positiven Aussagen zu Stalin aber auch nicht ungeschehen. Im Übrigen wüsste ich nicht, dass wir gemeinsam die Schulbank gedrückt oder beim Bundesheer gedient haben. Befreundet sind wir auch nicht, Pfadfinder sind Sie nicht und auch nicht bei CV oder MKV. Also sind wir wohl nicht per Du, geschätzte Frau Beier!
      Gott zum Gruße 😉

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