Was bleibt

Wie mittlerweile jedes Jahr war Wien rund um den so genannten Akademikerball – früher WKR-Ball – mehr oder weniger im Ausnahmezustand. Im Netz wurde mobilisiert und auch die Anreise deutscher Demonstranten organisiert. In den social-media-Plattformen Twitter und Facebook formierten sich Gegner und Befürworter des Balls und diskutierten mit Verve, ob eine derartige Veranstaltung in der Hofburg, immerhin einem der repräsentativsten Gebäude dieser Republik, stattfinden dürfte. Mitten drin jene, die die Meinung vertreten, dass dieser Ball vielleicht nicht erfreulich, jedenfalls aber legitim sei. Oder wie sonst will man erklären, dass eine legale, in den Parlamenten auf allen Ebenen vertretene österreichische (Rechts-)Partei keine Veranstaltung abhalten darf?
Nahezu hysterisch
Aufgeregt und nahezu hysterisch wurde es in den diversen Plattformen, als die Polizei (genau genommen der Verfassungsschutz) ein weitgehendes Platzverbot rund um die Hofburg und ein Vermummungsverbot in den Bezirken 1 bis 9 aussprach. „Wir wissen von Personen innerhalb der Demonstrationszüge, die nicht bereit sind, ausschließlich friedlich gegen den Akademikerball zu protestieren“, sagte Erich Zwettler, Leiter des Wiener Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) und wies auf Aktionen hin, die es bereits im Vorfeld stattgefunden hatten: Ein angezündeter Funkraum im Polizeianhaltezentrum Hernals und schweren Sachbeschädigungen diverser Burschenschafterbuden. „Man kann davon ausgehen, es wird nicht gänzlich friedlich ablaufen“, so der LVT-Chef.
Auf Twittter und Facebook wurden freilich nicht diese Vorfälle thematisiert sondern das Vermummungsverbot. Gegner des Balls (und des Vermummungsverbots, unter Ihnen viele Journalisten) fanden es angebracht, ihr Profilbild zu „vermummen“ und solcherart gegen die angeblich überzogenen Polizeimaßnahmen zu protestieren.
Natürlich muss die Frage erlaubt sein, warum die Medien vom Platzverbot miterfasst waren.
Spur der Verwüstung
Gleichzeitig steht aber fest, dass am Ballabend (neben Polizeistationen und rund 30 Geschäftslokalen) u.a. ein ORF-Übertragungswagen demoliert wurde. Man kann also wahlweise von Schutz oder Behinderung der Medienleute sprechen. Fakt ist, dass vom Akademikerball nicht das (von den meisten Demo-Teilnehmern wohl gewünschte) Bild es friedlichen Protests übrig bleibt, sondern die Bilder einer Verwüstungsspur, die von (teils aus Deutschland angereisten) Demonstranten durch die Stadt gezogen wurde. Pikantes Detail am Rande: Die Homepage des Protestbündnisses „NoWKR“ gehört der Jugendorganisation der Grünen. Dort wurde nicht nur mit dem Slogan „Unseren Hass den könnt Ihr haben“ geworben, sondern dem Vernehmen nach wurden auch die aus Deutschland kommenden Demobusse mit gewalttätigen Autonomen über diese Plattform organisiert. Jetzt geben sich viele Demo-Teilnehmer zerknirscht und die jungen streiten mit den alten Grünen darüber, ob Gewalt ein zulässiges Mittel ist.
HC Strache freilich lacht sich ins Fäustchen. So viel Werbung durch bewegte Antifaschisten, die zu einem, wenn auch geringen Teil, einfach hirnlose Chaoten sind….

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