Alternativen?

Rot und Schwarz haben also noch knapp eine Mehrheit und werden wohl – so keine große Überraschung passiert – auch die neue Bundesregierung bilden.
Warum das so ist und warum es (wieder einmal) keine Alternativen zu geben scheint.

1. Rot-Blau wird wohl nichts. Außer einigen Altpolitikern und Vertretern der zweiten und dritten Reihe in der SPÖ will (zumindest aktuell) niemand mit Strache. Ob dieser selbst mit der SPÖ will, ist unklar. Immerhin würde er dann sein Hauptargument gegen Rot verlieren. Nämlich, dass er (und seine Wähler) die armen, ungerechterweise „Ausgegrenzten“ sind. Selbst ernsthafte Koalitionsverhandlungen, die am Ende scheitern, würden ihn dieser Outlaw-Etidüde berauben. Mögliche Dreiervarianten mit Rot und Blau erübrigen sich, weil diese beiden Parteien allein die Mehrheit hätten.

2. Schwarz-Blau hat keine Mehrheit und mögliche Dreierkoalitionen unter Einbindung dieser beiden Parteien funktionieren nicht. So gehen die Neos wohl nicht mit der FPÖ, weil sie dann recht schnell den Nimbus der neuen modernen Kraft verlieren und als Steigbügelhalter einer Rechtskoalition dastehen würden. (Wobei Rechtskoalition ein fragwürdiger Begriff ist – in wirtschaftspolitischer Hinsicht sind die Freiheitlichen viel, aber sicher nicht „rechts“). Auch Schwarz-Blau-Stronach ist unrealistisch, weil es unter den gegebenen Voraussetzungen wohl niemanden geben kann, der das Riskiko einer Regierungsbeteilung dieser Truppe eingehen wird. Außerdem: Mit wem soll man da verhandeln? Nachbaur? Köfer? Stronach? Strache schließt ja diese Konstellation schon deshalb aus, weil er sich gern in der Rolle des zu Unrecht Verschmähten sieht – und konzentriert sich lieber auf Angebote an die SPÖ, die diese so und so nicht annehmen will.
Die Grünen gehen nicht mit den Blauen und vice versa. Schon gar nicht mit Schwarz und Blau (obwohl das irgendwie lustig anmuten würde…)

3. Rot-Grün hat auch keine Mehrheit und Rot-Schwarz-Grün wäre unlogisch. Warum sollten zwei Parteien, die in der Vergangenheit schon genug Konflikte miteinander hatten, die Regierungsarbeit durch Hereinnahme eines Dritten noch zusätzlich erschweren? Das gleiche gilt für Rot-Schwarz-Pink. Hinzu kommt: Die SPÖ kann wahrscheinlich besser mit Grün und die ÖVP besser mit Pink. Also wäre eine offene Frage, wer sich jetzt den dritten Partner aussuchen kann.

Also, alles beim Alten, auf in die nächste „Große Koalition“ und 2018 ist Strache dann Erster?
Blödsinn.
Erstens hat diese Koalition, auch wenn sie in vielen Bereichen Stillstand vermittelt, grosso modo nicht sooooooo schlecht gearbeitet und das Land objektiv gut durch die Krise geführt.
Zweitens ist es durch nichts zu rechtfertigendes Gewäsch, HC Strache jetzt schon (5 Jahre vor der Wahl!!!) auf Platz 1 hinaufzuschreiben.
Und drittens fehlen offensichtlich die Alternativen.
Ob zum Glück oder leider liegt im Auge des Betrachters.

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